Wie finde ich passende Schuhe?

Wie finde ich passende Schuhe?

Nachdem nun der Spickzettel zum Schuhkauf online ist, beginnt die Diskussion um meine Empfehlung eine Fußschablone anzufertigen. Mir ist wichtig zu erwähnen, dass ich das Erstellen einer individuellen Fußschablone als zusätzliche Option empfehle.

Verschiedene Meinungen

Die Meinungen gehen bei dem Thema Fußschablone auseinander. Das deutsche Schuhinstitut rät vom Erstellen einer Fußschablone ab, da beim Zeichnen zu viele Ungenauigkeiten entstehen können und somit eine gute Passform des Schuhs nicht gegeben ist.

Auch auf einigen privaten Blogs im Internet, wird die Fußschablonenmethode als wenig hilfreich dargestellt. Hier variieren die Meinungen. Wenn es um den Online-Schuhkauf geht, empfiehlt zum Beispiel das österreichische Forschungsteam um Dr. Wieland Kinz das Anfertigen einer „Schablone“ um die exakte Innenschuhlänge zu messen. Mit dieser Längenangabe kann dann beim Hersteller nachgefragt werden, welche Schuhe mit dieser Innenschuhlänge infrage kommen.

Ich denke, dass das Anfertigen einer Fußschablone durchaus hilfreich sein kann. Obwohl eine exakte Darstellung nur schwer zu erreichen ist. Denn je nachdem welchen Stift du nutzt und wie du ihn hälst, kann es sein, dass der Fuß an der ein oder anderen Stelle breiter oder länger gezeichnet wird, als er eigentlich ist. Hinzu kommt dann vielleicht noch, dass dein Kind nicht ganz ruhig steht während du zeichnest. Das kann ebenfalls zu Ungenauigkeiten führen.

 

Worum geht’s bei der Fußschablone?

Bei der Fußschablone geht es mir darum, dass sie dir eine Hilfe sein soll, mehr über die Füße deines Kindes zu erfahren. Beim Zeichnen wird dir vielleicht bewusst, wie lang und wie breit die Füße eigentlich sind. Nur selten ist man den Füßen so nah, wenn sie stehen und das gesamte Körpergewicht tragen. Meist schauen wir aus größerer Entfernung auf die Füße und haben noch nie so genau hingesehen.

Du wirst merken, dass nicht nur das Zeichnen der Schablone, sondern auch das Einlegen in einen Schuh durchaus kniffelig sein kann. Daher empfehle ich, erst bei älteren Kindern, die klaren Anweisungen folgen können („Stelle dich jetzt hier hin und bleibe ruhig stehen“), eine Schablone anzufertigen. Sollte dir das zu umständlich sein, dann verzichte aufs Zeichnen, denn die Schablone brauchst du nicht um passende Schuhe zu finden.

Eine selbst angefertigte Schablone sollte nicht das Mittel der ersten Wahl sein, um passende Schuh zu finden. Die Fußschablone kann eine Orientierung geben. Sollte aber niemals allein genutzt werden. Daher empfehle ich dir, beim Schuhkauf folgendermaßen vorzugehen:

 

 

Das kleine 1×1 des Schuhkaufs

Es ist sinnvoll Schuhe nachmittags zu kaufen, da auch bei Kindern das Fußvolumen im Laufe des Tages zunehmen kann.

Bevor du dich auf die Suche nach der richtigen Größe machst, solltest du dir die Kriterien eines guten Schuhs noch einmal ins Gedächtnis rufen: Flexibel, leicht, ohne Fußbett und Fersenerhöhung ….. (Vergessen? Ließ HIER !)

Dann orientierst du dich an der alten Schuhgröße. Du kannst davon ausgehen, dass dein Kind nun mindestens eine oder auch zwei Nummern größer als den alten Schuh benötigt. Denke daran, dass Schuhgrößen nicht genormt sind und eine 28 bei dem einen Hersteller nicht zwingend einer 28 eines anderen Herstellers entsprechen muss. Dies gilt meist nur für Hersteller, die sich am WMS orientieren.

Also, die alte Schuhgröße weißt du, daher kannst du dich im Schuhgeschäft schon einmal besser orientieren. Dann würde ich immer

    • die Innensohlen herausnehmen.

Ein Schuh, bei dem das nicht möglich ist, kommt für mich nicht infrage. Sind die Innensohlen heraus, dann

    • lege sie auf den glatten Fußboden (bitte nicht auf Teppichboden). Nun

    • stellt sich dein Kind MIT Socken mit jedem Fuß auf die entsprechende Innensohle.

Hier solltest du beachten, dass

    • die Fersen nicht ganz am hinteren Rand der Sohle stehen,

sondern immer ein wenig Platz (ca. 3-5 mm) lassen. Dies ist wichtig, da einerseits das Schuhmaterial im Fersenbereich meist ein bisschen aufträgt und die Ferse nie ganz am hinteren Ende anliegt. Und andererseits die Fersenform manchmal etwas mehr nach außen (konvexer) gewölbt ist.

Beide Füße sollten auf die jeweilige Sohle gestellt werden. Dabei steht dein Kind

    • im beidbeinigen Stand, ohne sich anzulehnen oder festzuhalten.

Beide Füße stehen ungefähr beckenbreit nebeneinander. Da die meisten Füße unterschiedlich lang sind solltest du dich

    • IMMER an dem längeren Fuß orientieren.

Und an der längsten Zehe. Das ist nämlich nicht immer die Großzehe, sondern häufig auch die zweite Zehe. An dieser längsten Stelle müssen nun

    • mindestens 12 mm Länge noch auf der Sohle Platz sein.

Davon sind 6 mm als Wachstumszugabe und 6 mm für den Schub nach vorne beim Abrollen gedacht. Manche Experten empfehlen sogar 17 mm Längenzugabe. Das sind Zahlen, die durchaus variieren dürfen. Hier verlasse dich auf dein Gefühl, wenn du dein Kind beim Laufen mit den ausgewählten Schuhen beobachtest. Hast du das Gefühl es läuft “rund“ und kann sich gut bewegen, dann spielt es keine Rolle, ob es nun 12 oder 17 mm Längenzugabe sind.

Mein Tipp: Nutze deine Zeigefinger- oder Daumenbreite als Referenz. Meine Zeigefingerbreite entspricht ca. 13 – 15 mm. Wenn also mein Zeigefinger vorne vor die längste Zehe passt, dann ist die Länge für uns ausreichend. Probier’s mal aus!

 

Und die Breite?

Nachdem du nun sichergestellt hast, dass die Länge passt, schaue die Fuß- und Sohlenbreite an.

    • Die Füße deines Kindes dürfen an den Seiten nicht über die Innensohle hinausragen.

Du kannst davon ausgehen, dass im Schuh noch weniger Platz zu Verfügung steht, als die Innensohle breit ist. Ragen die Füße drüber, dann probiere ein anderes Paar Schuhe aus.

Übrigens auch zu breite Sohlen sind nicht gut. Auch wenn ein Schuh zu breit und voluminös ist, kann das Probleme machen. Die passende Schuhbreite ist genauso wichtig, wie die passende Länge.

Ganz zum Schluss solltest du noch darauf achten, dass

    • der Schuh fest anzulegen ist.

Denn passende Länge und Breite sind nutzlos, wenn der Fuß keinen Halt im Schuh hat. Dadurch können die Füße im Schuh hin und her rutschen und nicht nur am Fuß Schaden anrichten.

 

Zu den Folgen von nicht passenden oder unzureichenden Schuhen und zu anderen Fußmessmethoden folgen bald Blogbeiträge! 



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